FC Bayern | Darum ist der BVB jetzt die letzte Hoffnung der Bundesliga

Es ist erst der 7. Spieltag – und doch ist Borussia Dortmund fast schon die letzte Hoffnung der Bundesliga, den FC Bayern in der Meisterschaft noch zu stoppen. Toni Kroos weiß ganz genau, wovon er spricht, wenn er sich zum beeindruckenden Start, der dem FC Bayern mit zehn Pflichtspielsiegen in dieser Saison gelungen ist, äußert. Schließlich war Kroos in der Spielzeit 2012/13 Teil der Bayern-Mannschaft, die damals mit neun Siegen startete und am Ende das erste Triple der Vereinsgeschichte gewann. "Ich habe das als Spieler selbst immer gehasst, wenn gesagt wurde: 'Ach, dieses Jahr werdet ihr einfach Meister.' Die Spiele müssen erst einmal gespielt werden", sagte Kroos in seinem Podcast "Einfach mal Luppen", den er gemeinsam mit seinem Bruder Felix betreibt. Umso mehr überraschte Toni Kroos mit dem, was er noch im selben Atemzug folgen ließ: "Trotzdem glaube ich, dass Bayern spätestens im März oder April Meister wird." DFB-Star zu Bayern? "Er passt genau ins Beuteschema" Blitzabschied im Winter? Bayern-Star pokert um Zukunft Kroos: "In der Bundesliga ist kein Gegner da" Er wisse aus eigener Erfahrung, dass man das als Spieler nicht so gerne höre, so Kroos. "Aber es ist nun mal so. Das ist dieses Jahr zu offensichtlich." Und die Dominanz der Bayern, die vor der Länderspielpause auch das vermeintlich schwere Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt souverän mit 3:0 für sich entschieden, zumindest in Kroos Wahrnehmung zu deutlich. Schon nach sechs Spieltagen stellt sich für viele deshalb bereits die Frage, wer diese Bayern überhaupt schlagen oder ihnen gar im Kampf um die Meisterschaft gefährlich werden kann? Für Kroos steht bereits fest: "Der Gegner fehlt. Leverkusen fehlt aufgrund des Umbruchs automatisch. Dortmund und Leipzig sind es auf Dauer auch einfach nicht, das haben die letzten Jahre gezeigt." Kroos weiter: "In der Konstanz ist in der Bundesliga kein Gegner da, der dich in der Tabelle fordert." Ist Dortmund schon die letzte Hoffnung der Liga? Die möglicherweise bereits letzte Hoffnung der Liga, die Siegesserie sowie die drohende Dominanz der Bayern zu durchbrechen, heißt jetzt dennoch Borussia Dortmund . Der BVB , der in der Tabelle vier Punkte hinter den Bayern liegt, ist jedenfalls gewillt, den deutschen Rekordmeister am Samstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei t-online) beim Topspiel in München ernsthaft herauszufordern. Mit den Bayern und dem BVB , der in neun Partien ebenfalls noch ungeschlagen ist, treffen schließlich die beiden formstärksten Teams der Bundesliga aufeinander. Es ist das Duell der beiden derzeit am längsten unbesiegten Teams in Europas Top-Ligen. Die Dortmunder sind saisonübergreifend in der heimischen Liga bereits seit 14 Spielen ungeschlagen, die Bayern sogar seit 15 Partien. "Dortmund ist die Hoffnung, dass die Bayern mal nicht gewinnen" Der BVB sei im Moment die Mannschaft, bei der man erwarten könne, "dass sie Bayern mal ärgern kann", sagte Europameister Thomas Helmer vor dem Duell seiner beiden Ex-Klubs im Interview mit t-online. "Dortmund ist auf jeden Fall die Hoffnung, dass die Bayern vielleicht mal nicht gewinnen." Ein Sieg der Bayern wiederum würde aber auch für Helmer bereits eine Vorentscheidung in der Meisterschaft bedeuten: "Wenn sie Samstag gegen Dortmund gewinnen, haben sie sieben Punkte Vorsprung. Das würde sich Bayern dann nicht mehr nehmen lassen." Stefan Effenberg schätzt das ähnlich ein. Die Bayern könnten "schon am siebten Spieltag dem schärfsten Konkurrenten davonziehen", schreibt Effenberg in seiner neuesten t-online-Kolumne. "Das wäre auch ein klares Zeichen nicht nur an Dortmund, sondern an die ganze Bundesliga." Schlotterbeck mit Kampfansage an Bayern Kampflos wollen sich die Dortmunder aber nicht geschlagen geben. Den klaren Plan für das Duell mit Bayern formulierte BVB-Abwehrchef Nico Schlotterbeck folgendermaßen: "In München drei Punkte holen." Auch Teamkollege Julian Ryerson ließ mit Blick auf die Saisonziele wissen: "Zweite Plätze interessieren mich nicht." Nationalstürmer Maximilian Beier hatte bereits nach dem 2:0-Sieg in Heidenheim am dritten Spieltag klare Titelambitionen formuliert. "Unser Ziel ist: Wir wollen Meister werden, oben mitspielen über die ganze Saison", sagte er damals. "Dann musst du hier auch drei Punkte holen. Das haben wir gemacht." Um ihre Meisterambitionen auch weiterhin aufrechterhalten zu können, sollten die Dortmunder nun in München jedenfalls zumindest nicht verlieren. Und es damit vermeiden, schon frühzeitig in der Tabelle in noch größeren Rückstand zu geraten. Umgekehrt könnten die Dortmunder theoretisch mit einem Sieg in München aber auch wieder bis auf einen Zähler an die Bayern heranrücken. Macht der BVB die Meisterschaft wieder spannend? Und das Titelrennen damit zumindest kurzfristig doch wieder spannend machen. Genau an diesem Vorhaben sind sie in den vergangenen Jahren aber regelmäßig gescheitert und mussten in München immer wieder empfindliche Niederlagen hinnehmen. Die Vorzeichen stehen aus Dortmunder Sicht momentan aber zumindest nicht schlecht. Im Verfolgerduell mit RB Leipzig holte die Borussia am vergangenen Spieltag nach Rückstand zumindest noch ein 1:1 und blieb damit weiter ungeschlagen. Auch bei der vergangenen Auswärtsreise nach München im April war der Elf von Niko Kovač mit dem 2:2 zumindest ein Teilerfolg gelungen. Man darf gespannt sein, wie der BVB sich jetzt bei der Neuauflage des Klassikers in München schlagen wird. Nicht nur Kroos wird das mit besonderem Interesse verfolgen.