Gleich zwei Strafstöße bekommt der deutsche Rekordmeister im Spiel bei Union Berlin gegen sich gepfiffen. Nach der Partie spricht Vincent Kompany besonders über die Situation vor dem zweiten Elfmeter – und wird deutlich. Der FC Bayern steht im Viertelfinale des DFB-Pokals, musste dafür aber ordentlich zittern: 3:2 hieß es am Mittwochabend bei Union Berlin , und das trotz zwischenzeitlicher Zwei-Tore-Führung der Münchner. Zwei umstrittene Elfmeter aber brachten die Gastgeber nochmals ran – und führten zu einer umkämpften Schlussphase in der Alten Försterei. Besonders die Szene vor dem zweiten Strafstoß für die Berliner regte Bayern-Trainer Vincent Kompany auf, für seine emotionale Reaktion auf die Entscheidung von Schiedsrichter Martin Petersen sah der Belgier dann auch die Gelbe Karte. Was war passiert? Die 55. Minute in Berlin-Köpenick: Bei einer Union-Flanke gehen im Bayern-Strafraum Harry Kane und Unions Diogo Leite zum Kopfball hoch – und der Engländer trifft seinen Gegenspieler dabei mit dem Ellenbogen im Gesicht. Nach Hinweis durch den Video-Schiedsrichter und Sichtung der Bilder entschied Petersen: Elfmeter für Union. Leopold Querfeld trat an und verwandelte sicher gegen Bayern-Torwart Manuel Neuer . Nach der Partie argumentierte Kompany erneut vehement gegen Petersens Entscheidung: "Also, für mich ist das kein Elfmeter von Harry Kane, das will ich ganz deutlich sagen", erklärte der 39-Jährige im ZDF . Und weiter: "Ich hab da eine persönliche Meinung dazu. Es ist ein physisches Spiel – schaut mal auch auf den Arm vom Gegner, das ist genau die gleiche Position, der steht nur 30 Zentimeter tiefer", sagte Kompany zu Moderator Jochen Breyer und ZDF-Experte Per Mertesacker . Kompany wurde noch deutlicher: "Nicht alles im Gesicht ist Foul. Ich bin der Meinung, wenn man zum Ball geht, dann ist das kein Elfmeter." Der frühere Weltklasse-Defensivspieler merkte aber auch seine vielleicht persönlich geprägte Sicht auf die Situation an: "Ich bin natürlich ein alter Verteidiger…" Mertesacker gestikulierte daraufhin mit seinem Ellenbogen auf Höhe von Kompanys Hals und sagte: "Wenn der Ellenbogen hier ist, ist es halt schwierig." Kompany blieb bei seiner Meinung: Es sei ein Unterschied, ob ein Spieler offensichtlich geplant mit dem Ellenbogen seinen Gegenspieler angehe, "oder wenn man einfach mit Momentum zum Ball geht. Dann ist es für mich kein Elfmeter. Ich bin da ganz deutlich darin." Auf die Frage von Moderator Breyer, ob die Gelbe Karte gegen ihn berechtigt war, antwortete Kompany dann ganz ehrlich: "Meine? Ja, wahrscheinlich schon…"